Warum Schimmel im Bad so schnell entsteht
Im Bad ist das Schimmelrisiko besonders hoch. Nach dem Duschen oder Baden bleibt feuchte Luft zurück, die sich auf kalten Oberflächen absetzt. Wird das ignoriert, entstehen nicht nur unangenehme Gerüche, langfristig leidet auch das Raumklima und die Bausubstanz. Das macht deutlich, warum man Feuchtigkeit im Bad aktiv kontrollieren sollte.
Norbert Endres, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Bayern, hebt die Wichtigkeit einer angepassten Nutzungstemperatur hervor: „Passen Sie die Temperatur an die Nutzung an. Badezimmer und andere Feuchträume sollten nicht zu den kältesten Zimmern gehören.” Diese Empfehlung zielt darauf ab, das Schimmelrisiko zu reduzieren und ein gesundes Raumklima zu sichern.
So lüftest du richtig nach dem Duschen
Endres empfiehlt, die feuchte Luft möglichst direkt nach draußen zu führen. Dafür das Fenster am besten sofort nach dem Duschen oder Baden öffnen. Kurz und kräftig stoßlüften für ein paar Minuten ist deutlich wirksamer als dauerhaft gekippte Fenster. Wenn möglich, sollte Querlüftung geschaffen werden (also Fenster in gegenüberliegenden Räumen öffnen). Kann das Fenster nur gekippt werden, sollte es höchstens 20 Minuten offen bleiben, weil danach die Luftfeuchte meist schon deutlich gesunken ist.
Hilfreich sind auch einfache Hilfsmittel wie ein Fensterabzieher oder ein trockenes Tuch. Damit lässt sich stehendes Wasser von Scheiben, Fliesen und Spiegeln entfernen, der Raum trocknet schneller und das Schimmelrisiko sinkt.
Temperatur und Luftfeuchte im Blick
Die empfohlene Raumtemperatur liegt bei etwa 22 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Ein Hygrometer (einfaches Messgerät zur Anzeige der Luftfeuchte) kann anzeigen, wann Nachlüften oder Türöffnen sinnvoll ist, um die Feuchte zu senken.
- Duschvorhänge sollten alle paar Wochen gewaschen oder gründlich abgespült werden.
- Handtücher und Badmatten gehören regelmäßig gewechselt und gewaschen.
- Abläufe und Siebe sollten frei von Haaren und Ablagerungen gehalten werden, Abluftgitter regelmäßig entstaubt werden.
- Ecken, Fugen und Silikonabdichtungen sind immer mal zu kontrollieren, damit sich keine Feuchtigkeit sammelt.
Hausmittel wie Essig, Zitronensaft und Natron können gegen Keime und Gerüche helfen. Diese Mittel werden verdünnt auf Oberflächen aufgetragen, kurz einwirken gelassen und dann abgewischt. Ziel all dieser Maßnahmen ist es, das Bad trocken und hygienisch sauber zu halten und Schimmel keine Chance zu geben.
Die Kombination aus richtigem Lüften und regelmäßiger Reinigung reduziert das Schimmelrisiko deutlich. Wenn die feuchte Luft schnell nach draußen geleitet wird und die Temperatur an Raum und Nutzung angepasst ist, bleiben Bad und andere Feuchträume schimmelfrei und angenehm. Lass die feuchte Luft nicht unbeachtet – ein gut gelüftetes Bad verbessert nicht nur das Raumklima, sondern sorgt auch für ein gesünderes Wohnumfeld.