Wie oft duschen? Die richtige Balance
Nach dem 65. Lebensjahr geht es beim Duschen weniger ums tägliche Ritual, sondern darum, eine Routine zu finden, die zur dünner werdenden Haut und zu langsameren Gleichgewichtsreaktionen passt. George, 72, ist ein Beispiel: Er hat seine täglichen Duschen auf einen Montag–Mittwoch–Freitag-Rhythmus umgestellt und so seinen Juckreiz und Mikro-Risse deutlich reduziert. Margaret steht zwischen verschiedenen Meinungen — ihre Tochter empfiehlt tägliches Duschen, der Nachbar meint, einmal pro Woche reiche aus.
Ein sanfter, parfumfreier Reiniger und an den Tagen ohne Dusche eine duschenfreie Erfrischung mit einem warmen Waschlappen sind sinnvoll. Alle drei Tage duschen, dabei nur lauwarmes Wasser und maximal 5 bis 8 Minuten sind oft optimal. So lassen sich Juckreiz und Mikro-Risse vermeiden, die durch zu häufiges Waschen entstehen.
Praktische Reinigungsroutine
An Tagen ohne Voll-Dusche reicht eine schnelle Auffrischung von Achseln, Genitalbereich und Füße. Ein kurzer Waschgang braucht nur einen warmen Waschlappen und eine milde Reinigung. Tägliche Frische erreicht man durch regelmäßigen Wechsel von Unterwäsche und Socken. Ein Bidet oder eine Peri-Flasche (zur Intimhygiene) erleichtert die Sauberkeit zusätzlich. Vorteil: Ältere Menschen verbringen weniger Zeit auf rutschigen Böden, die oft eine Sturzquelle sind.
Sicherheit gehört zur Hautpflege. Handbrausen, ein Duschstuhl und rutschfeste Matten verringern das Sturzrisiko im Bad. Statistiken zeigen, dass einer von vier älteren Erwachsenen jedes Jahr stürzt, oft mit schweren Folgen.
Schwimmen: Pflege davor und danach
Wer regelmäßig schwimmt, sollte vor dem Schwimmen eine Schutzsalbe auftragen und das Chlorwasser danach nur lauwarm abspülen. Reichhaltige, parfumfreie Cremes mit Ceramiden, Glycerin oder Petrolatum sollten innerhalb von drei Minuten nach dem Duschen oder Schwimmen großzügig aufgetragen werden. Solche Produkte helfen, die abnehmende Talgproduktion und die dünner werdende Hautbarriere auszugleichen.
Typische Fehler und wann zum Arzt
Lange, heiße Duschen trocknen die Haut aus, und klassische Kernseife ist oft zu aggressiv. Eine reichhaltige Feuchtigkeitscreme darf nicht fehlen, damit trockene Stellen gar nicht erst entstehen. Wann man zum Arzt gehen sollte: Bei Erkrankungen wie Ekzemen, Diabetes oder offenen Wunden ist eine Rücksprache mit dem Arzt ratsam.
Der Leitgedanke für gesunde Körperpflege im Alter ist Anpassung und eigene Wahrnehmung. Die Regel heißt: „Weniger tun, aber es besser – und es einfacher – machen.“ Mit kluger, nicht harter Pflege bewahrt man nicht nur die Optik der Haut, sondern auch ihre gesundheitlichen Vorteile.