Wie alles begann
Los ging es 1998 in Punta Arenas, Chile. Mit nichts als Papierkarten, Bleistiften und einem Taschenrechner im Gepäck wollte Bushby eigentlich eine zwölfjährige Tour machen. Er stellte sich selbst strenge Regeln: keinerlei motorisiertes Fortbewegungsmittel, bis er zu Fuß nach Hull in England zurückgekehrt wäre (seinem Heimatort, wo seine Mutter auf ihn wartet). Diese Prinzipien und seine Hartnäckigkeit machten ihn zu einem Beispiel für Durchhaltevermögen.
Seine Route: vier Kontinente und 25 Länder
Die Route von Bushby umfasst 49.900 Kilometer durch 25 Länder auf vier Kontinenten. Er startete in Südamerika, durchquerte die Wildnis Patagoniens und die Anden, wanderte durch Mittelamerika und Mexiko und zog sich dann von Süden nach Norden durch die Vereinigten Staaten. Danach ging es weiter durch die gewaltigen Weiten Russlands und der Mongolei bis in entlegene Teile Asiens. Auf diesen entbehrungsreichen Etappen musste er politische Hürden und logistische Probleme bewältigen.
Probleme unterwegs
Bei einer derartigen Expedition treten zwangsläufig viele Schwierigkeiten auf. Bushby kämpfte mit finanziellen Engpässen, Visaproblemen und der weltweiten Covid-19-Pandemie, die seinen Weg deutlich erschwerte. Er musste außerdem durch Kriegsgebiete reisen, die realen Gefahren mit sich brachten. Dennoch blieben seine Füße bemerkenswert gut erhalten, ein Beleg für seine Ausdauer und Sorgfalt.
Menschen, Erfahrungen und Einsichten
In fast drei Jahrzehnten traf Bushby unzählige Menschen, von denen er 99 % als „das Beste der Menschheit“ bezeichnet. Die Reise war für ihn weit mehr als ein körperliches Abenteuer; sie bot eine seltene Möglichkeit, die Welt und ihre Bewohner direkt kennenzulernen. Er sagt, es sei „eine der besten Ausbildungen, die man bekommen kann“.
Jetzt nähert sich die Expedition dem Ende. Bushby ist derzeit in Ungarn und hat nur noch 1.500 Kilometern bis nach Hull, England. Das nahende Ziel ist für ihn einerseits ein großer Sieg, andererseits ein emotionaler Einschnitt, weil der Lebensinhalt der letzten 27 Jahre bald erfüllt sein wird.
Die „Goliath-Expedition“ steht nicht nur für Durchhaltevermögen und Abenteuerlust, sie lädt auch dazu ein, die Freundlichkeit und Gastfreundschaft in der Welt zu entdecken. Karl Bushbys Reise erinnert daran, dass die Welt, trotz vieler Darstellungen in den Medien, „viel freundlicher und netter ist, als sie oft erscheint“. Seine Geschichte motiviert dazu, selbst Abenteuer zu suchen, die wahre Seite der Welt kennenzulernen und die Menschen dahinter zu treffen.