Promis und ihre Duschgewohnheiten
Der Trend erreichte seinen Höhepunkt in Hollywood 2021 und wurde von zahlreichen Stars öffentlich gemacht. Jennifer Aniston, Julia Roberts und Charlize Theron gaben in Interviews an, nur einmal pro Woche zu duschen, um Wasser zu sparen. Weitere bekannte Namen wie Kristen Bell, Brad Pitt und Jake Gyllenhaal bekannten sich ebenfalls zu diesem Hollywood-Hype.
Ein Podcast-Auftritt von Mila Kunis schürte die Diskussion weiter, als sie sagte: „Ich wasche meinen Körper nicht jeden Tag.“ Ihr Partner Ashton Kutcher ergänzte, dass er nur die Achseln und den Schritt mit Seife reinigt. Dem gegenüber steht Dwayne “The Rock” Johnson, der für seine häufigen Duschgewohnheiten bekannt ist und sich mehrmals täglich erfrischt — sowohl mit kalten als auch warmen Duschen.
Was die Expertinnen und Experten sagen
Die Hautärztin Marion Moers‑Carpi aus München befürwortet die Idee der Reinigungsreduktion im Großen und Ganzen. Sie meint: „Wir muten unseren Körpern sehr viel zu. Viele waschen sich zu viel, zu heiß und zu lang.“ Zu häufiges und zu heißes Duschen kann der Haut schaden, weil dadurch die natürlichen Öle verschwinden, die die Haut schützen.
Der Experte Hamblin stellt fest: „Nach einer Weile ohne Eingriffe entsteht ein neues Gleichgewicht auf der Haut und in den Haaren.“ Das deutet darauf hin, dass Anpassung der Duschgewohnheiten langfristig zu gesünderer Haut führen kann.
Moers‑Carpi warnt allerdings, dass Menschen mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis vorsichtig sein sollten. Sie empfiehlt, Seife sparsam zu nutzen, und persönlich bevorzugt sie Kernseife, die wieder beliebter geworden ist. Ihre eigene Duschfrequenz liegt bei rund zwei Mal pro Woche. Außerdem rät sie davon ab, lange Duschen von zum Beispiel 20 Minuten zu nehmen, da diese unnötig und schädlich für die Haut sein können.
Wie der Trend in den sozialen Medien läuft
Der „Non‑Bathing“-Trend verbreitet sich rasant in den sozialen Medien, wo er oft als gesundheitlich förderlich dargestellt wird. Diese Plattformen haben großen Einfluss darauf, wie Körperpflege öffentlich wahrgenommen wird. Während manche den Trend als kleinen Umbruch in der Hautpflege sehen, entfachen andere hitzige Diskussionen darüber, ob weniger Hygiene wirklich förderlich für die Gesundheit ist.
Ein Umdenken in Sachen Hygiene
Historisch gesehen war häufiges Duschen nicht immer die Norm. Marion Moers‑Carpi erinnert: „Fragen Sie mal Ihre Großeltern, wie oft die sich gewaschen haben. Früher war meistens nur einmal Baden in der Woche angesagt.“ Dieser Blick zurück lädt dazu ein, den eigenen Verbrauch an Wasser und Energie zu überdenken und vielleicht nachhaltigere Wege zu finden.
In einer sich schnell verändernden Welt ist der Trend zur Reinigungsreduktion eine bemerkenswerte Entwicklung. Er stellt traditionelle Hygienestandards infrage und regt dazu an, die Balance zwischen Körperpflege und Umweltschutz neu zu überlegen. Offen bleibt, ob dieser Trend dauerhaften Bestand haben wird oder nur eine kurzlebige Modeerscheinung ist.